Nach unserem Kenntnisstand hat bisher niemand die Auswirkung eines bestimmten Zündhütchens auf die ballistischen KPIs einer Ladung, wie Maximal-Druck, Pulvervabbrand oder Mündungsgeschwindigkeit vollständig verstanden und verifiziert. Auch wir haben viele Tests durchgeführt, konnten jedoch keine zuverlässige Formel ermitteln, die die Definition des Zündhütchens als Eingabe für eine ballistische Berechnung zulässt. Das bisherige Verständnis und die Gründe sind wie folgt:
- Die allgemeine Faustregel besagt, dass Magnum-Zündhütchen das Pulver schneller zünden, was in der Regel (aber nicht immer) zu höheren Drücken bei gleicher Pulverladung führt.
- Die Ergebnisse variieren bereits zwischen Zündhütchenmarken gleicher Größe (z.B. Large Rifle Zündhütchen von zwei verschiedenen Marken). Daher müssten Berechnungen nicht nur auf der Größe, sondern auf dem spezifischen Zündhütchenprodukt (Größe & Marke) basieren.
- Der Einfluss von Magnum- gegenüber Standard-Zündhütchen hängt von mehreren Faktoren ab: z.B. Pulverposition in der Hülse, Füllrate, Form und Größe der Pulverkörner, Pulvertemperatur.
- Die Auswirkung des Wechsels zwischen Zündhütchen und Zündhütchengrößen scheint für die meisten Pulver und Kaliber unbedeutend zu sein (+/- 5-7% Druckvariation).
- Magnum-Zündhütchen erzielen eine bessere Konsistenz bei der Zündung und dadurch eine höhere Genauigkeit bei Magnum-Kalibern mit großen Pulverladungen.
Aus diesem Grund haben wir das Zündhütchen (bzw. Zündhüthengröße) nicht als Eingabevariable für den Rechner aufgenommen und empfehlen, einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum maximal zulässigen Druck einzuhalten.
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